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Mercoledi 22 maggio 2013 ore 13:55
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TRADITIONEN

 

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Dieses Territorium wurde schon seit dem Paläolithikum an menschliche Bedürfnisse angepaßt. Dies bezeugen u.a. auch die Ausgrabungen in der Nähe der prähistorischen Grotte dell'Uzzo, die immer noch Spuren der Vereinigung des Menschen mit der Erde konservieren.

Die verwilderten Eschen- und Mandelbäume, Olivenhaine, Weinreben sowie Obstbäume, die einst das Lebenseinkommen der hier Lebenden ausmachten, sind nun nur noch ein Teil der Agrarlandschaft.

Die Zwergpalme (Chamaerops humilis) ist heute das Symbol des Reservats.

Zusammen mit der Disspflanze bildete die Zwergpalme die wichtigste Einnahmequelle. Sie wurde zur Herstellung von Taschen, Matten, Seile, Hüte, Besen, u. s. w. benutzt. Die im Sommer gesammelten Blätter wurden an die umliegenden Fabriken verkauft, die sie, zu Fasern verarbeitet, in ganz Europa vermarkteten. Der Disspflanze hingegen wurde an die Tonnara (Thunfischfabrik) zur Herstellung der Netze verkauft.

Einen Blick auf die Traditionen und Usancen richtend, hat der Zingaro in der Hochebene des Borgo Cusenza wieder begonnen, antike Getreidesorten auszusäen (biancolilla, russia, tumminia, bilì)
Im Herbst wird der Boden mit dem Holzpflug, von einem Maultier gezogen, gepflügt. Im Winter wird das Getreide ausgesät und gegen Ende Juni, Anfang Juli folgt die Erntezeit: das wichtigste Arbeitsinstrument in dieser Erntephase bildet die Sichel.

Die Dreschwalze befindet sich an einem gutgelüftetem Punkt des Feldes. Durch Rufe und Gesänge der Bauern werden die Maultiere angeregt, sich im Kreis drehend, die Walze über die Ähren zu ziehen, damit die Getreidekörner sich herauslösen können.

Das Gemisch aus Stroh, Spreu und Körnern wird dann zur Trennung in ein Sieb gegen, das auf einem Dreifuss steht.    

Die Steinmühle, geduldig gedreht, mahlt sie die goldfarbenen Körner. Obwohl all dies die Frucht mühsamer und harter Arbeit ist, wird heute, wie auch damals, am Ende des Zyklus ein Fest veranstaltet: feiernd wird das Brot im Holzofen gebacken und dann traditionsgemäß mit Olivenöl und Oregano gewürzt.

Ein großer Teil der stehengelassenen Ähren wird dann von geschickten Handwerkern fantasievoll verarbeitet und geflochten, um wahre Kunstwerke zu erzeugen.

Seit dem Jahr 2000 werden im Borgo Cusenza wieder die einst brachliegengelassenen Weinberge und Obstgärten bearbeitet. Längst des Küstenweges sind die alten Olivenhaine wieder instand gesetzt worden.

Besondere Anmerkung verdienen die in den 50er Jahren der Verwilderung überlassenen Manna-Eschen: Im Monat August macht man Einschnitte in ihre Rinden, aus welchen ein schnell erstarrender Saft ausfließt, der die Manna bildet. Die Manna Produktion ist stetig am Zunehmen.

Eine herausragende Initiative, die die Tradition wieder hochleben läßt, bildet die Flechtwerkschule, in der begabte Handwerker die Zwergpalmen, Ähren, Schilfe, u.s.w kunstvoll bearbeiten. Ihre Kunstwerke sind im Besucherzentrum des Reservats ausgestellt.

 

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